Standpunkt – ORTSENTWICKLUNG

Jesteburg soll seinen dörflichen Charme behalten!​

Die Ratsmehrheit setzt weiterhin auf großes Wachstum der Gemeinde. Dabei nimmt sie billigend in Kauf, dass Jesteburg seine ländliche Struktur und dörfliche Identität verliert. Mit Worthülsen versucht man, Planungen für ein riesiges Gewerbegebiet direkt neben dem Friedhof und dreigeschossige Wohnsiedlungen in bisher für Jesteburg nicht bekannten Ausmaßen zu rechtfertigen.

Immer das Wohl der Investoren im Blick behaltend, werden zusätzliche Verkehrs- und Lärmbelastungen und die Zerstörung wichtiger Freiflächen und Siedlungsstrukturen den vermeintlich vorrangigen Zielen „bezahlbarer Wohnraum“ und „Steuereinnahmen“ untergeordnet. Einem „Faktencheck“ entzieht sich die Ratsmehrheit konsequent. Sie lässt – die Folgekosten für Infrastrukturmaßnahmen (z.B. Straßen, Kitaplätze etc.) ignorierend – den Schuldenberg kontinuierlich weiter anwachsen.

Maßnahmen für zusätzlichen Wohnraum, zeitgemäße Einzelhandelsangebote und Gewerbeflächen müssen zu Jesteburg passen. Die Genehmigung von Neubauvorhaben muss an Standards gekoppelt werden, die Umwelt-, Gemeinde- und Bürgerinteressen gleichermaßen berücksichtigen – andere Gemeinden machen es uns bereits vor! Ein „Wachstum um jeden Preis“ tragen wir als UWG Jes! nicht mit.

Deshalb setzen wir auf

  • eine behutsame Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten (Innenverdichtung) und die Erhaltung ortsprägender Freiflächen (50.000 m² am Schierhorner Weg sind für uns keine Bau-„Lücke“!)
  • die strikte Einhaltung der Vorgaben aus den Raumordnungsprogrammen
  • die Einführung eines Partnerschaftsmodells (WinWin-Situation für Investoren UND Gemeinde)

Jesteburg braucht außerdem endlich ein Sanierungskonzept für die gemeindeeigenen Bauten, Straßen und Wege. Hier haben sich wegen sträflicher Vernachlässigung in den vergangenen Ratsperioden immense Kosten aufgestaut. Es kann und darf nicht sein, dass wir als Gemeinde immer noch Oberflächenentwässerung wie im letzten Jahrtausend betreiben, Abwässer in die Seeve einleiten und gleichzeitig wohlfeile Beschlüsse fassen, ab 2040 klimaneutrale Gemeinde zu sein. Deshalb fanden unsere Anträge zur Erarbeitung einer Strategie für eine verantwortungsvolle Oberflächenentwässerung und eines Mobilfunkkonzeptes im Gemeinderat zwar große Mehrheiten. Unsere Anträge für umweltfreundliches und nachhaltiges Bauen (z.B. KfW40-Standard, E-Ladestationen, Verpflichtung zu Nutzung regenerativer Energiequellen) wurden hingegen für uns unverständlicherweise von der Ratsmehrheit abgelehnt.

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