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    — Herzlich willkommen im neuen Jahr! —

Heideshuttle

HEIDESHUTTLE AB JETZT ÜBER DEN SCHIERHORNER WEG

 

Kunstversessenheit geht vor Anwohnerinteressen

Die Gemeinde hat entschieden, dass der Heide-Shuttlebus näher an die Kunststätte Bossard heranfahren soll. Hierfür ändert sich die Streckenführung und der Bus wird zukünftig statt über die Landstraße durch Wald- und Wohngebiet fahren.

Es entfallen die Haltestellen „Kohlhoff“ und „Wiedenhof“ in Lüllau und der Bus wird aus Buchholz kommend am Kreisel in Lüllau nach rechts abbiegen und stattdessen an der Haltestelle „Seevebrücke“ (Theldorfer Straße/Lüllauer Dorfstraße) in Lüllau halten. Anschließend wird er über die Seitenstraßen Bossardweg und Schierhorner Weg fahren.

An der Kreuzung „Bossardweg/Hassel/Schierhorner Weg“ entsteht die neue Haltestelle für die Kunststätte Bossard.

 

Heide-Shuttlebus mit Fahrradanhänger

In der Zeit vom 15. Juli – 15. Oktober 2016 wird der Heideshuttle-Bus – mit Fahrradanhänger gut 19 Meter lang und 20 Tonnen schwer – fast 300 mal die neue Route bedienen.

 


 

Begründung der Gemeinde

Jedes Jahr besuchen bis zu 20.000 Kunstinteressierte die Einrichtungen Kunststätte Bossard (lt. eigenen Aussagen 13-15.000 Besucher) und Kunsthaus (lt. eigenen Aussagen ca. 6.500 Besucher). Diese Anzahl soll weiter steigen.

Mit der neuen Wegführung sollen weitere Besucher zum Bossard und damit anschließend in die Ortsmitte gelockt werden. Hiervon sollen dann der Jesteburger Einzelhandel und das Kunsthaus profitieren.

 


 

Faktencheck:

 

Rechenbeispiel:

VW Golf (Breite: ca. 2,05 Meter) trifft auf einen Heideshuttle (Breite: 2,55 Meter => ergibt 4,60 Meter plus Spiegel …

 


 

 

1. Straßenbreiten ungeeignet

 

 

Bossardweg:

Charakter: Befestigter Waldweg. Straßenbreite nur ca. 3,00 Meter, 2 kleine Ausweichbuchten und unbefestigte Seitenstreifen.

Konsequenzen: Der PKW-Gegenverkehr kann nicht ausweichen. Der Bus muss in einer der beiden Ausweichbuchten warten.
Treffen die Fahrzeuge auf „freier Strecke“ aufeinander, muss der PKW rückwärts bergauf oder der Bus mit Anhänger rückwärts bergab fahren, bis eine Ausweichbucht erreicht wird.

 

 

 

Schierhorner Weg:

Charakter: Befestigte Anwohnerstraße. Straßenbreite ca. 4,80 Meter und unbefestigte Seitenstreifen mit Baumbestand.

Konsequenzen:

Zwischen den sich begegnenden Fahrzeugen verbleibt ein Abstand von nur ca. 20 cm bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h…

 

Abgesehen von der erhöhten Unfallgefahr fragen wir uns, wie die Situation wohl regelkonform gelöst werden soll, wenn z.B. ein größeres Fahrzeug oder ein Müllwagen auf den Bus trifft?

 


 

2. Entfernungen zum Bossard

Statt wie bisher als Busanreisender 1,8 km spazieren oder radfahren zu müssen, wurde mit der neuen Streckenführung für den Heideshuttle die Entfernung auf gut 400 m verkürzt.

Zum Vergleich:
– Von der neuen Haltestelle bis zum Bossard  = fußläufig ca. 7 Min.
– Von der alten Haltestelle bis zum Bossard  = fußläufig ca. 28 Min.
– Vom Kunsthaus bis zum Bossard = fußläufig ca. 90 Min.

 


 

Unser Standpunkt

Bisher sollte der Kunstpfad den Bossard näher an den Ort binden. Ein 90 minütiger Spaziergang soll Kunstinteressierte inspirieren, in die Ortsmitte und zum Kunsthaus locken.

Es scheint den Verantwortlichen nun aufgefallen zu sein, dass der Hin- und Rückweg eine dreistündige Wanderung bedeuten würde.

Für alle, die diese Strecke nicht wandern wollen (oder können) und auch weder mit dem Fahrrad, noch mit Reisebussen oder dem Auto anreisen, hat die Gemeinde nun diese weitere Verbindung geschaffen.

Ob der Aufwand gerechtfertigt ist und tatsächlich zusätzliche Besucherströme in die Kunststätte Bossard locken wird, bleibt abzuwarten. Soweit wir es überblicken können, wurden weder Daten vor Beginn der Maßnahme evaluiert, noch sind Erfolgskontrollen nach z.B. einem Jahr geplant.

Contra

Aus unserer Sicht ist diese Maßnahme eine klare Fehlentscheidung – Bossard- vor Anwohnerinteressen? – Das ist der falsche Weg. Wir fordern den Stopp dieser unsinnigen Maßnahme!

 


 

Begründungen:

 

1. Verminderte Wohnqualität

Ohne Not wird sowohl der Erholungswert der Natur als auch die Wohnqualität der Anwohner gemindert. Mitten durch den Wald und ein Zone 30-Wohngebiet wird fast 300 mal in der Saison ein HVV-/Reisebus mit Anhänger fahren.

Er wird über schmale Straßen und „Hoppelschwellen“ fahren und sich um die im Wohngebiet parkenden Autos herumschlängeln. Wahrscheinlich müssen für diese Maßnahme zusätzlich die auf der Straße eingezeichneten Anwohnerparkplätze weichen.

 


 

2. Gefahr für Kinder

Unbeschwert spielende Kinder werden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und unnötig gefährdet. Der Bus fährt hier genau dann, wenn die Kinder zur Schule gehen – früh morgens, mittags und am späten Nachmittag.

 


 

3. Erhöhte Unfallgefahr

Die geringen Straßenbreiten werden dazu führen, dass die größtenteils unbefestigten Seitenstreifen für Ausweichmanöver genutzt und unnötige Gefahrensituationen zwischen Autofahrern und Bussen heraufbeschworen werden.

Der Heideshuttle wiegt 20 Tonnen – das Gewicht soll der unbefestigte Seitenstreifen auffangen?

Am Hasseler Weg ist es gerade schiefgegangen:

Loeschfahrzeug_Hasseler Weg

Fotoquelle: Freiwillige Feuerwehr Jesteburg

 

Details hier: Unfallbericht über das im Seitengraben eingesackte Löschfahrzeug (12,5 Tonnen) der Jesteburger Feuerwehr.

 


 


Wir setzen uns dafür ein, dass verkehrsberuhigte Wohn- und Waldgebiete nicht mit zusätzlichem Durchgangsverkehr belastet werden.

Eine Verbindung zwischen der Ortsmitte und der Kunststätte muss zum Charakter des Dorfes passen. Sie sollte Erlebnischarakter haben und Teil des Besuchserlebnisses „Heidedorf-Jesteburg“ sein (z.B. Kutschfahrten als Pendelverkehr).

 


 

Warum nehmen die Verantwortlichen diese Schwierigkeiten und Gefahren nicht ernst?

Vielleicht stellen sie sich eine der folgenden Lösungen vor?

Variante 1:

Der offiziell nicht befahrbare Seitenstreifen wird vom Bus (Gewicht: 20 Tonnen) einfach inoffiziell befahren und dabei noch stärker zerfahren als es bereits jetzt schon der Fall ist (Hinweis: nur der Bus kann überhaupt nennenswert ausweichen, der Verkehr aus der Ortsmitte kommend hat keinen Platz zum Ausweichen).

Variante 2:

Die die Straßenbreite begrenzenden Straßenbaumreihen werden einfach gefällt oder

Variante 3:

Die Entwässerungsgräben werden einfach zugeschüttet.

 

Und die Kinder? Vielleicht stellen es sich die Entscheidungsträger so vor, dass die Kinder einfach besser aufpassen sollen….

 


 


Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige!

Auch diese kaum nachvollziehbare Entscheidung wurde hinter verschlossenen Türen ausgekungelt.

Warum keine offene Diskussion mit den Anwohnern durchgeführt wurde? Vielleicht hatten die Damen und Herren Ratsmitglieder Angst, dass die Bürgerinnen und Bürger den Nutzen für das Allgemeinwohl nicht erkennen würden?

 


Sachentscheidung? Fehlanzeige!
Es liegen keine Berechnungen vor, die die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme stützen.

Zusätzliche Kosten für die Instandhaltung der Seitenstreifen oder eventuell notwendige Umbaumaßnahmen auf der Strecke wurden ebenso wenig berücksichtigt, wie die Gefahren und zusätzlichen Belastungen für die Anwohner und das Walderholungsgebiet.

 


 

Übrigens:
Diese Sonderbusfahrten fahren nur die neue Ortsmitte Freibad/Schützenhalle/Famila und nicht unsere gewachsene Ortsmitte an und der Busshuttle verkehrt auch nur aus Richtung Buchholz kommend. Wer also bereits in Jesteburg angekommen ist und von dort zur Kunststätte Bossard will, hat von dieser neuen Anbindung nichts… Schildbürger lässt grüßen!

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