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Kunstpfad beschlossen

UNAUSGEGORENES KUNSTPFAD-KONZEPT VERABSCHIEDET

 

Gemeinderat verbrennt 65.ooo Euro an Steuergeldern

Der Jesteburger Gemeinderat hat im Dezember beschlossen, das Projekt Kunstpfad weiter voranzutreiben. Es ist geplant, den Kunstpfad im Spätsommer 2016 zu eröffnen.

Seit 2008 wird darüber diskutiert, die Kunststätte Bossard und das Kunsthaus Jesteburg mit einem Kunstpfad zu verbinden. Hiermit will der Gemeinderat Jesteburgs Stellung als Kunstmetropole weiter ausbauen und zusätzliche Besucher in beide Einrichtungen locken.

Das von Frau Maschewski (Kunsthaus) und Frau Dr. Mayr (Bossard) vorgestellte Konzept zur inhaltlichen Ausgestaltung des Kunstpfades hat den Gemeinderat parteiübergreifend überzeugt.
Der Gemeinderat folgte der Einschätzung der Kuratorinnen Mayr und Maschewski, dass für eine „überregionale Strahlkraft“ Künstler aus der Region Jesteburg nicht ausreichen würden.

Dem Konzept wurde mit 19 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung zugestimmt.

 


 

Für die Eröffnung des Kunstpfades werden 56.100 Euro an öffentlichen Mitteln eingeplant. Ein Großteil des Geldes (38.000 Euro) wird für die Realisierung der geplanten vier Kunstwerke verwendet. Einige Kunstwerke werden dauerhaft vor Ort bleiben, andere werden nach kurzer Zeit wieder abgebaut.

Das präsentierte und verabschiedete Konzept finden Sie hier.

 


 

Contra

Wir halten die Entscheidung für völlig unausgegoren.

 

1. Zweifelhafter Nutzen:

Es liegen keine Berechnungen vor, die in irgendeiner Weise belegen könnten, dass in signifikanter Höhe zusätzliche Besucherströme nach Jesteburg fließen werden oder für die Jesteburger Wirtschaft in irgendeiner Weise ein positiver Effekt von diesem Kunst-Projekt zu erwarten ist.

 

2. Schlechte Wegführung:

Die aktuell geplante Wegführung des Kunstpfades wurde im November 2010 im Bau-, Planungs- und Wegeausschuss der Gemeinde Jesteburg als schlechteste von 4 angedachten Varianten eingestuft. Wieso hier trotzdem ein Kunstpfad entstehen soll, erschließt sich uns nicht.

 

3. Fehlendes Finanzkonzept:

Lediglich die Erstinvestition von 65.000 Euro aus Jesteburger Steuergeldern wurde als Entscheidungsgrundlage herangezogen. Weitergehende regelmäßig anfallende Folgekosten (für z.B. die Pflege, Instandhaltung und Versicherung der Kunstwerke) wurden ebensowenig berücksichtigt wie die Kosten für notwendige Folgeinvestitionen, die in den kommenden Jahren für den Ankauf von weiteren Kunstobjekten aufgewendet werden müssen.

 

Ja_SchnuckeWir fordern den sofortigen Stopp des Kunstpfades.

Einen Beweis für die Nachhaltigkeit dieses mit Steuergeldern völlig unsolide finanzierten Projektes bleibt der Gemeinderat schuldig. Ratsmitglieder verstecken sich hinter Floskeln wie „Freiheit der Künste“ und scheinen überzeugt zu sein, dass sie damit von der Erhebung und Bewertung jedweder ökomomischer und ökologischer Fakten befreit sind. Es scheint das Prinzip Hoffnung als Richtschnur für politisches Handeln zu gelten oder man wollte, schlicht und einfach, das Thema endlich vom Tisch bekommen.

 


 

Unser Standpunkt:

Den Kunstpfad in der geplanten Form umzusetzen, lässt jeden verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und öffentlichem Raum vermissen.

Den Kuratorinnen Mayr und Maschewski freie Hand in der konzeptionellen Planung zu lassen, mag vielleicht nur wider jeder dorfpolitischen Vernuft zu sein, jedoch einen Kunstpfad bespielen zu wollen, der weder finanziell langfristig abgesichert ist noch durch seine Wegführung überzeugen kann, sollte auf jeden Fall wider jedem künstlerischen Anspruch der Kuratorinnen sein.

Eine freie Entfaltung der Künste in Jesteburg bedeutet auch, dass sich die Kuratorinnen nicht vor einen vom Gemeinderat in den Morast gefahrenen Karren spannen lassen.

Wenn es dem Gemeinderat um ein nachhaltiges und in der Gemeinde akzeptiertes Kunstprojekt ginge, hätten die Jesteburger Künstler, Bildungseinrichtungen und Geschäftsleute von Beginn an mit ins Boot gehört.

Ja_SchnuckeDie Kuratorinnen müssen spätestens jetzt die Notbremse ziehen und an einem runden Tisch gemeinsam mit Jesteburger Künstlern und Gewerbetreibenden ein tragfähiges Konzept entwickeln, dass den Namen Jesteburger Kunstpfad verdient.

Wenn das gelingt und ein gemeinsamer Gestaltungswille zu erkennen ist, dann sollten die Jesteburger Bürgerinnen und Bürger abstimmen, ob sie grundsätzlich dem dann gefundenen Konzept zustimmen.
Wenn also der Bürgerwille mehrheitlich diese Form einer Kunstszene mitträgt, dann kann politisch erneut über den Einsatz der Steuergelder entschieden werden. Bis dahin gehört die Realisierung des Projektes gestoppt!

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