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SANDBARG-CENTER – Neue Konzeptidee

SANDBARG-INVESTOR AUSGEBREMST

– Bauausschuss stellt sich gegen die Gewerbetreibenden –

 

In den Beratungen über Jesteburgs Zukunft wird von allen Parteien immer wieder darauf gepocht, dass mehr Gewerbeflächen für die Wirtschaft ausgewiesen werden müssen. CDU und SPD bemühten sich in den vergangenen Monaten, das Thema „Wirtschaft“ wieder stärker in den Fokus der politischen Diskussionen zu bringen. Als „sachkundiger Berater“ wurde Henning Erdtmann vom Jesteburger Gewerbeverein zusätzlich in den Fachausschuss Wirtschaft, Tourismus und Kultur aufgenommen. Doch in der Bauausschusssitzung am 15.11.2017 wurde deutlich, dass es den Allianzparteien nicht in erster Linie um Wirtschaftsförderung geht.

 

SPD, CDU und die Grünen pokern geradezu fahrlässig mit Jesteburgs Zukunft.  Jesteburg wird dabei der große Verlierer sein!

 

Wirtschaftsförderung ist eine elementare Aufgabe, die jede Gemeinde in Eigenverantwortung übernimmt. Statt jedoch eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Jesteburger Einzelhandels zu unterstützen und somit die Lebensqualität in Jesteburg für die nächsten Jahre zu sichern, schalten die Parteien auf „bockig“:

  • CDU: Britta Witte stuft  jedwede Diskussion über das Sandbarg-Gelände als Angriff auf die Famila-Ansiedlung ein – obwohl der Investor von Beginn an klar machte, dass er die Pläne auch weiterverfolgen möchte, wenn Famila am Festhallengelände genehmigt wird.
  • SPD: Cornelia Ziegert versteift sich auf die Floskel „grundsätzlich könnte man darüber nachdenken, aber nicht jetzt“. Die SPD versteigt sich in ihren Pressestatements gar in Fantastereien, die UWG Jes! wolle mit ihrem Wunsch nach weiterführenden Gesprächen auf politischer Ebene, eine weitreichende Bürgerbeteiligung umgehen.
  • Grüne: Karl-Heinz Glaeser will in dieser Legislaturperiode (also bis Ende 2021) keine neuen Projekte anschieben. Eine Begründung blieb er auch auf Nachfrage schuldig.

 

Wie es weitergehen wird? Unklar. SPD, CDU und die Grünen setzen nach wie vor alles auf die Karte „Famila“. Gestern war von einzelnen Ratsmitgliedern zu hören, dass dieser Lebensmittelmarkt ja auch völlig reichen würde. Ein „sowohl-als auch“ scheint ihr derzeitiges Vorstellungsvermögen zu sprengen. Es scheint sie auch nicht zu stören, dass der aktuelle B-Plan-Entwurf bereits erneut vor dem Aus steht. Es sollen jede Menge an Einwänden eingegangen sein und weil erneut Formfehler vorliegen, muss dieser erneut ausgelegt werden … .

 


 

Aus unserer Sicht vergeben die Parteien die einmalige Chance, Jesteburg mittel- und langfristig als Gemeinde weiterzuentwickeln. Wir hatten vorgeschlagen, dass der Gemeinderat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, das Sandbarg-Gebiet für Wohnen und Handel zu entwickeln. Auf dieser Basis hätte die Gemeinde mit einem potentiellen Investor ergebnisoffen in ernsthafte Gespräche über die Entwicklung der Jesteburger Ortsmitte eintreten können. Doch dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

 

Der Investor präsentierte ein Konzept, das viele Jesteburger Kernprobleme lösen könnte:

  • eine neue Entlastungsstraße für die Ortsmitte und den Sandbarg
  • eine fußläufige Anbindung des Osterberges an die Ortsmitte
  • sozial bezahlbaren, familien- und seniorenfreundlichen Wohnraum im Ortskern
  • zeitgemäße Einkaufsmöglichkeiten in zentraler Lage

 

Alles vom Investor bezahlt und in Abstimmung mit der Gemeinde im Detail entwickelt. Doch statt die Hand zu ergreifen, schlug die Allparteienallianz aus SPD, CDU und Grünen in trauter Einigkeit die angebotene Hand aus.


Die Konsequenzen:

Statt krisenfeste Arbeitsplätze im Lebensmitteleinzelhandel zu sichern und für weitere Gewerbetreibende vor Ort Ansiedlungsmöglichkeiten zu schaffen, damit die Gewerbesteuereinnahmen der notleidenden Gemeindekasse mittelfristig ordentlich sprudeln, setzten Ziegert, Witte, Börner und Gläser weiterhin auf ihr Mantra „famila wird es schon richten“!

Gegenüber dem ortsansässigen Handel, den verkehrsgestressten Jesteburgern, den dringend nach Wohnraum suchenden Bürger*innen und den Arbeitnehmer*innen, deren Arbeitsplätze durch diesen Beschluss aufs Spiel gesetzt werden, ist es fahrlässig, weitere Gespräche zu verweigern. Es bleibt zu befürchten, dass fachliches Unvermögen und die Engstirnigkeit dieser Ratsmitglieder, die Lebensqualität in Jesteburg grundlegend zerstören werden.

Was bleibt, wenn ALDI, Rewe und Penny mangels Erweiterungsmöglichkeiten den Ort verlassen? Wenn Kuhn & Witte weitere Flächen braucht, stößt es bei den Ratsmitgliedern auf großes Verständnis. Dass der gesamte Lebensmittelhandel in Jesteburg zusammenzubrechen droht, scheint diesen Ratsmitgliedern egal zu sein.


Der Hintergund:

Der Investor hatte, nach positiven Signalen aus der Gemeinde für seinen ersten Konzeptentwurf im März 2017, darauf vertraut, dass es sich lohnen würde, weiterhin an der Idee zu feilen und mit dem Zugriff auf alle notwendigen Grundstücke (auch die Fläche des heutigen Hotels Jesteburger Hof, Röder) den Grundstock für eine solide Konzeptplanung gelegt.

ALDI, Rewe und Penny rechnen mit Umsatzeinbußen von bis zu 20%, wenn Famlia eröffnet hat. Ihre kleinen Ladenflächen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen der Konsumenten. Sie haben dem Investor signalisiert, dass sie einen neuen, ausbaufähigen Standort benötigen, um neben dem beschlossenen Verbrauchermarkt „Famila“ bestehen zu können.

Hans Heinrich Höper (Gemeindedirektor + Samtgemeindebürgermeister) und Britta Witte (Vorsitzende des Bauausschusses) bestätigten auf Nachfrage ausdrücklich, dass es außer der Sandbarg-Fläche keine weiteren entwickelbaren Grundstücke für den Lebensmitteleinzelhandel in der „Ortsmitte“ gäbe.


Das Konzept:

(alle Abbildungen (c) May & Co, Evers und Küssner)

 

Eine ortsangepasste und zeitgemäße Kombination aus Wohn- und Einzelhandelsfläche in zentraler Ortslage mit einer fußläufigen Anbindung an die Ortsmitte.

Zirka zwei Drittel der Fläche für Wohn- und Grünflächen und ein Drittel für Einzelhandelsflächen.

 

 

Das Wohngebiet soll klar von den Gewerbeflächen abgegrenzt werden. Die Erschließung und verkehrliche Anbindung soll über den Kleckerwaldweg erfolgen.

Ein Grüngürtel soll als Wanderweg das Wohngebiet Osterberg ebenfalls an die Ortsmitte anschließen.

Eine neue Straße entlang der Bahnstrecke soll den Verkehr aus der Dorfmitte ableiten, den Anlieferverkehr aufnehmen und den Sandbarg entlasten. Zu beiden Seiten (Kleckerwaldweg/Hauptstraße und Sandbarg) sollen Kreisel enstehen.

 

 

Das Wohngebiet soll in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden. Der Gebäudemix (EFH, DHH, MFH) würde in Abstimmung mit der Gemeinde festgelegt werden. Das Wohngebiet wäre die ideale Form einer Innenverdichtung. Es schmiegt sich an die bestehende Bebauung an und sorgt für eine Belebung des Ortskernes.

 

Derzeit  wird von den ortsansässigen Lebensmitteleinzelhändlern ALDI, Rewe und Penny die Schaffung eines gemeinsamen Nahversorgungsgebietes favorisiert (Variante 1). So würde der innerörtliche Verkehr (der Hauptverkehrsverursacher in Jesteburg) erheblich reduziert.

Alle drei Lebensmittelhändler hätten so die Möglichkeit im Ort zu bleiben und sich zeitgemäß und marktgerecht zu entwickeln:

  • Rewe: ca. 2.400 qm (= ungefähr Edeka Knolle-Größe )
  • ALDI: ca. 1.270 qm (= etwas größer als der ALDI in Hanstedt)
  • Penny: ca. 1.000 qm (= etwas kleiner als der neue Netto-Markt in Hanstedt)

 

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