ITZENBÜTTEL – Hof und Gut

MASTERPLAN ADIEU!

- Bauausschuss ignoriert eigene Richtlinie -

Die Halbwertzeit politischer Beschlüsse und Überzeugungen haben sich für die Ratsmitglieder der SPD und CDU scheinbar radikal verkürzt. Kaum stellt der erste Hof (Erbengemeinschaft Hof & Gut) über den Masterplan Itzenbüttel hinausgehende Pläne vor, knicken die meisten Ratsmitglieder ein. Von Verlässlichkeit keine Spur. Die gestrige Entscheidung des Bauausschusses sendet ein verheerendes Signal an alle Bürger: Ihre Sorgen und Argumente haben keinen Einfluss auf die Dorfpolitik.

Aus der Konzeptidee mit einem kleinen Hofladen, einem Dutzend Fremdenzimmern und einem Raum für Feierlichkeiten die langfristige Entwicklung der Hofstelle abzusichern, darf nicht innerhalb weniger Monate ein Großprojekt mit zusätzlichem Wellness-Tagungshotel und dem größten uns im Landkreis bekannten Hofladen (66% mehr Fläche als Hof Oelkers Hofladen in Wenzendorf) werden, wenn man die vorherige Bürgerbeteiligung ernst nimmt.

Wenn die Mehrheit der Ratsmitglieder in der Gemeinderatssitzung am 19.12.2018 der Bauausschuss-Beschlussempfehlung folgt, dann hätten diese sich ihre vermeintliche Zustimmung zu einer breiten Bürgerbeteiligung schenken können. Schließlich hatten sie noch im April 2018 den mit großem Bürgerengagement und gut 40.000 Euro Steuergeldern entwickelten Masterplan für die Itzenbütteler Dorfmitte einstimmig beschlossen. Er bildete den Kompromiss zwischen alle Interessenlagen:

Das Dorf soll seinen Charakter behalten und den Hofstellen wird ein dorfangepasstes Entwicklungspotential zugesichert.


 

Mit den Stimmen von SPD und CDU wurde beschlossen, eine Änderung des gültigen Bebauungsplanes einzuleiten, um Fläche für den Bau einer Hotelanlage und eines Hofladens mit einer ausreichenden Anzahl an Parkflächen zwischen den Gebäuden zu schaffen.

Damit diese Zielsetzung nicht gefährdet wird, erklären sich SPD und CDU außerdem bereit, alle Maßnahmen umzusetzen, die notwendig sind, um den Wirtschaftsweg „In der Brede“ zu verlegen und – auf Vorschlag der SPD – alle Textpassagen aus dem Beschlussvorschlag  zu streichen, die das Vorhaben genauer definiert hätten!

Wir haben – ebenso wie die Grünen – diese Beschlussempfehlung abgelehnt.

Bevor über den Beschlussvorschlag abgestimmt wurde, hatten die Grünen noch versucht, mit ihrem Antrag für ein Verkehrsgutachten auf Kosten der Investoren, die Entscheidung zu verschieben. Ihr Antrag wurde jedoch nicht abgestimmt, weil die Ausschussvorsitzende Britta Witte (CDU) den Beschlussantrag zur Änderung des Bebauungsplanes als weitergehend einstufte.

Wenn die Ratsmehrheit dieser Beschlussempfehlung folgt, kann die Erbengemeinschaft ihre Pläne weiter ausgestalten, ohne sich irgendwelchen politischen Fesseln unterwerfen zu müssen. Für uns ist es völlig inakzeptabel, das vorgestellte Projekt losgelöst von den im Masterplan festgesetzten Erweiterungsmöglichkeiten der anderen Hofstellen zu betrachten. Es droht jetzt ein Hauen und Stechen zwischen den Hofstellen. Wer zuerst seine Anträge stellt, ist auf der sicheren Seite, wer zuletzt kommt „den straft das Leben“.

So darf eine nachhaltige und die Interessen der Dorfgemeinschaft berücksichtigende Dorfentwicklung nicht aussehen! Wir werden in den weiteren Beratungen dafür kämpfen, dass diese Beschlussempfehlung keine Mehrheit im Gemeinderat findet.

Für uns bleibt es dabei, wie zu Beginn des Jahres vom Gemeinderat einstimmig beschlossen:

Die Hofstelle „Hof & Gut“ soll sich im Rahmen des gültigen Bebauungsplanes weiterentwickeln. Stellplätze und ein kleiner Hofladen können auch auf der Gemeinschaftsfläche außerhalb des B-Planes umgesetzt werden.


 

Weitere Hintergrundinformationen über den Masterplan Itzenbüttel Dorfmitte finden Sie hier:

… und noch mehr Informationen finden Sie, wenn Sie auf unserer Homepage in der Suchmaske den Begriff „Itzenbüttel“ eingeben.

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