KUNSTKOMMISSION – Selbstverständnis

WÄCHTER DES GUTEN GESCHMACKS?

- Die Anspruchshaltung der Kunstkommission stößt auf breite Ablehnung

Der Gemeinderat wollte sich bei Entscheidungen zum Thema „Kunst“ zukünftig stärker absichern. Deshalb beschloss er im April 2019, wohlwollend die Ideen einer möglichen „Kunstkommission“ zu prüfen. Daraufhin bildete sich eine Gruppe kunstinteressierter Bürger, die sich um die „Kunst im öffentlichen Raum“ kümmern möchte. Sie informierte am 11.09.2019 den Kulturausschuss über ihr Selbstverständnis. Kurz zusammengefasst: „ohne ihre Zustimmung läuft in Sachen Kunst nichts mehr“. Diese „Machtbefugnis“ ging allen Fachausschussmitgliedern zu weit.

Wir können uns des Eindruckes nicht erwehren, dass es sich lediglich um einen neuen Versuch handelt, die einseitigen Interessen der Kunststätte Bossard und des Kunstvereins fest in der Kultur-Politik zu verankern. Wie können wir es sonst verstehen, dass sich die Gruppierung ausschließlich aus Vertretern der Bildenden Künste zusammensetzt? Wo finden sich die Darstellenden Künste, Musik oder Literatur in diesem Gremium wieder?

Der große Begriff „Kunstkommission“ wird hier für ein einseitig interessengesteuertes Ansinnen missbraucht. Das im Kulturausschuss vorgestellte Selbstverständnis setzt auf eine für uns völlig inakzeptable Deutungshoheit: Die „Kunstkommission“ besteht darauf, dass sich jede künstlerische Arbeit, die auf öffentlichen Gelände aus-/dargestellt wird, zukünftig einer Bewertung durch die „Kunstkommission“ unterziehen muss.

Wenn diese Vorgehensweise politisch beschlossen würde, was bedeutet das für die Anträge von Kunstschaffenden aus anderen Bereichen (z.B. Theater oder Gesang)? Müssen sich diese dann auch dem Kunstdiktat dieser Kunstkommission unterziehen?

Wir wollen, dass weiterhin jeder Jesteburger jederzeit und ohne jedwede Vorabbewertung seine Ideen an die Gemeinde herantragen kann und in den Gemeindegremien über mögliche Formen einer Unterstützung beraten wird.

Wir hatten gehofft, dass es den Kunstschaffenden mit der Bildung einer „Kunstkommission“ gelingt, einen zentralen Anlaufpunkt für Bürger, Ratsmitglieder und Künstler zu gründen. Einen Zusammenschluss von Künstlern aller in Jesteburg vertretenen Kunstbereiche, der sich auf die Vermittlung und Vernetzung ihrer unterschiedlichen Künste konzentriert.

Eine Anlaufstelle für alle Künstler, um

  • sich gemeinsam für ihre Anliegen und Projekte einzusetzen.
  • sich gegenseitig bei der Beantragung von Fördermitteln zu unterstützen.
  • sich gemeinsam um die Verbreitung und medienwirksame Bewerbung von Veranstaltungen zu kümmern.

So könnte es den Künstlern gelingen, die Wahrnehmung des vielfältigen Kulturangebotes in Jesteburg erheblich zu verbessern. 

Das jetzt vorgetragene Selbstverständnis und ihre Zusammensetzung verfehlt dieses Ziel. Deshalb haben wir der „Kunstkommission“ empfohlen, ihr Selbstverständnis noch einmal zu überdenken.

Selbstverständnis der Kunstkommission

Die Kunstkommission versteht sich als Gremium, das über die Kunst im öffentlichen Raum in Jesteburg befindet. Sie berät und unterstützt die Gemeinde Jesteburg bei Fragen der Kunst im öffentlichen Raum und deren Umsetzung. Alle Projekte, die die Kunst im öffentlichen Raum in Jesteburg betreffen, sollen (Anmerkung: lt. Aussage der Kunstkommission ist „sollen“ mit „müssen“ gleichzusetzen) zukünftig der Kunstkommission zur Begutachtung und Erstellung einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen an die politischen Gremien vorgestellt werden. Dies gilt z.B. auch für die Aktivitäten der Lenkungsgruppe zum Ortskernmanagement, für privates Mäzenatentum oder für den Umgang mit der „Temporären Kunsthalle“ (Telefonzelle) des Kunstnetzes. Die Kunstkommission erstattet halbjährlich Bericht an den WTK-Ausschuss.

Fakten zur Kunstkommission

Die „Kunstkommission“ wurde auf Initiative von Frau Dr. Mayr und Frau Seekamp am 09.04.2019 gegründet. Sie besteht aus bis zu neun Mitgliedern. Fünf gehören der Kommission dauerhaft an und bis zu vier werden zeitlich befristet auf drei Jahre berufen.

Die ständigen Mitglieder der „Kunstkommission“ entscheiden, wer ihnen geeignet erscheint, die Arbeit der „Kunstkommission“ zu bereichern. Es können z.B. Vertreter ortsansässiger Vereine, Kunstwissenschaftler, Kunstsachverständige, 
Künstler oder Landschaftsarchitekten sein.

Ständige Mitglieder:

  • Dr. Gudula Mayr (Leiterin Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard)
  • Corinna Koch (Vorstandsmitglied Kunstverein Jesteburg e.V.)
  • Stefanie Spinty (Vorsitzende Kunstnetz Jesteburg e.V.)
  • Frau Seekamp (Art Direktorin)
  • Claudia von Ascheraden (Verwaltung Jesteburg)

Zeitlich befristet berufene Mitglieder (2019-2021)

  • Christiane Wolfes, Helmut Meyer, Nina Feldhaus und Carola von der Lieth
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