KUNST-AKADEMIE – Der Kunstpfad

Bespaßung des Jesteburger Kunstklüngels oder Erziehungsprogramm für Kunstmuffel?

- Ein weiterer Versuch den Kunstpfad auf Kosten der Steuerzahler zu retten

Wenn es um „Kunst“ geht, ist vielen Jesteburger Ratsmitgliedern nichts zu teuer. Was sollte in Jesteburg nicht schon alles mit Steuergeldern finanziert werden: Eine Aussichtsterrasse auf dem Kunsthaus, ein Spiegelhaus zwischen Kirche und Lisa-Kate und – ganz aktuell – ein Betonbunker mitten im Wald, um dem Antisemiten Bossard zu huldigen. Auch die Versuche der Jesteburger Kunstszene, Bürger mit Straßenmalereien davon zu überzeugen, dass Jesteburg die Kulturgemeinde in der Nordheide sei, sind gescheitert. Doch ein paar besonders beflissene Kunstfreunde geben nicht auf. Sie haben sich um den SPD-Ratsherren Hans-Jürgen Börner gescharrt und werben für eine Kunst-Akademie in Jesteburg. Es sei eine einmalige Gelegenheit, eine Idee, die Modellcharakter für ganz Deutschland habe, wirbt der unabhängige und in der Kunstwelt anerkannte Berater Thomas Kästle für sein Konzept „Kunst im öffentlichen Raum“.

Ein Jahr lang sollen Bürger und Künstler in zwölf Veranstaltungen die Gelegenheit bekommen, einander kennenzulernen und voneinander zu lernen. Mit Vorträgen und Besuchen in Städten wie Hamburg, Bremen oder Hannover soll den Jesteburgern das richtige Verständnis für die Bedeutung öffentlicher Kunst beigebracht werden. An den einzelnen Veranstaltungen könnten zwar nur wenige Bürger teilnehmen (sonst wäre laut Herrn Kaestle ein enger Austausch mit den Künstlern kaum möglich), aber die Ergebnisse würden regelmäßig publiziert werden.

SPD-Ratsfrau Cornelia Ziegert lobte die Kunst-Akademie als ein „Bildungsprogramm für Erwachsene“. Wir zweifeln den Sinn dieser Kunst-Akademie an. Wer außer dem harten Kern der erklärten Kunstliebhaber rund um das Kunstnetz, die Kunststätte Bossard und den Kunstverein wird denn an den Veranstaltungen teilnehmen? Und warum soll die öffentliche Hand die Kosten von ca. 115.000 Euro finanzieren?

Auch für die UWG Jes! ist Kunst im öffentlichen Raum wichtig. Sie kann einen Ort nachhaltig bereichern und oft werden im Nachhinein Kunstwerke geliebt, die zu Beginn vehement abgelehnt wurden. Gleichwohl scheint vielen Anhängern der gestaltenden Kunst noch nicht klar geworden zu sein, dass in Jesteburg das Kulturangebot schon jetzt weit darüber hinausgeht.

In Jesteburg bereichern vor allem unsere Sportvereine und Kunstschaffenden der freien Musik- und Theaterszene das kulturelle Leben. Für uns sind sie die tragenden Säulen im Jesteburger Gemeinwesen. Sie leiden alle derzeit erheblich unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Deshalb wollen wir diese Vielfältigkeit langfristig absichern, statt in Kunstprojekte wie den Jesteburger Kunstpfad zu investieren.

Die UWG Jes! ist überzeugt, dass die große Mehrheit in Jesteburg es ähnlich sieht. Deshalb stellten wir den Antrag, dass die Jesteburger abstimmen, ob in den kommenden Jahren knapp eine Viertel Million Euro in den Kunstpfad investiert werden sollte:

Der Gemeinderat beschließt, das vorgestellte Konzept von Thomas Kaestle für eine Kunst-Akademie vor einer endgültigen Entscheidung den Bürgern vorzustellen. Dafür wird das Konzept in einer Informationsveranstaltung und einer Postwurfsendung an alle Bürger erläutert. In einer darauf folgenden Bürgerbefragung wird das Konzept zur Abstimmung gestellt. Erst nach dieser umfassenden Bürgerbeteiligung entscheidet der Gemeinderat, ob das Konzept umgesetzt wird.

Leider wurde unser Antrag von allen anderen Fraktionen  abgelehnt.

Warum weigert man sich hartnäckig, vor einer Umsetzung einer Kunst-Akademie die Bürger zu befragen? Befürchtet die Jesteburger „Kunstelite“, dass die große Mehrheit unsere Seeveniederungen, Wälder und Wiesen so belassen will wie sie sind, einfach die Natur genießen will und kein Interesse hat, mit Kunstwerken „zwangsbeglückt“ zu werden?

Auch unser Vorschlag, dass die Finanzierung der Kunstakademie von der Stiftung Kunststätte Bossard und dem Kunstverein übernommen wird, wurde abgelehnt. Ohne öffentliche Förderung ginge das nicht.

Und wir sagen: Ohne eine breite Zustimmung der Jesteburger geht es erst recht nicht!

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