OBERSCHULE – IGS – Gymnasium

Mehr Mut für neue Wege!

- Die Schule für ALLE droht auf der Strecke zu bleiben

Mit überwältigender Mehrheit haben sich im Frühjahr 2021 die Eltern, die Oberschule und der Samtgemeinderat für ein „Abitur vor Ort“ in einer Integrativen Gesamtschule (IGS) ausgesprochen. Eine Weiterentwicklung und gleichberechtigte Kooperation der Schulstandorte Jesteburg und Hanstedt wurde ausdrücklich unterstützt, um in beiden Gemeinden ein vollständiges Bildungsangebot sicherstellen zu können.

Jetzt hat eine Arbeitsgruppe des Schulausschusses des Kreistages empfohlen, nur in der Gemeinde Hanstedt eine IGS umzusetzen. Jesteburg soll weiterhin seine Oberschule mit gymnasialem Zweig behalten oder die Oberschule soll zu einem Gymnasium umgestaltet werden.

Eine Umwidmung der jetzigen Oberschule in ein Gymnasium wäre ein bildungspolitischer Rückschritt. Statt der Möglichkeit, die Schüler*innen entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen individuell zu fördern, würde mit einem Gymnasium ein einseitiges und elitäres Bildungsangebot in Jesteburg, viele Schüler*innen von einer integrativen Bildung für ALLE ausschließen.

Die UWG Jes! setzt sich dafür ein, dass alle Schüler ihren bestmöglichen Schulabschluss vor Ort erreichen können. Und das gelingt am besten mit einer IGS inklusive Oberstufe (Sek II) am jetzigen Standort der Oberschule. Ein Gymnasium stellt für uns keine Alternative dar. Einen Modellversuch einer Oberschule mit Oberstufe würden wir als Übergangslösung unterstützen, sehen dafür aber keine positiven Signale aus der Landesschulbehörde.

Die Weiterentwicklung der Jesteburger Oberschule mit gymnasialem Zweig in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) wäre konsequent. Jesteburg verfügt über ausreichend starken Zuspruch, um auch langfristig die Voraussetzungen für eine erfolgreiche IGS garantieren zu können.

Gesetzliche Anforderungen

Für die Umsetzung beider Schultypen (IGS, Gymnasium) muss

    • eine langfristige Prognose (mind. 10 Jahre) der Schülerzahlen vorliegen.
    • eine Elternbefragung den Bedarf nach dem jeweiligen Schultyp belegen.
    • Eine IGS sollte mindestens 96 Schüler*innen im Jahrgang vorweisen und 4-zügig (mindestens 24 Schüler*innen je Klasse) aufgestellt sein.
    • Ein Gymnasium sollte mindestens 48 Schüler*innen im Jahrgang vorweisen und 2-zügig (mindestens 24 Schüler*innen je Klasse) aufgestellt sein.

Die Prognosen gehen davon aus, dass auch langfristig jährlich mehr als 100 Schüler*innen die Klassenstufen 11 bis 13 besuchen würden und die Eltern haben sich bereits in einer aktuellen Befragung klar für eine IGS ausgesprochen. Wenn sich der Landkreis an die gesetzlichen Anforderungen hält, kann sich der Kreistag nur für die Errichtung einer IGS in Jesteburg aussprechen.

Es ist jedoch zu befürchten, dass die Abgeordneten im Kreistag nicht bildungspolitische Kriterien in den Fokus ihrer Entscheidungsfindung stellen werden. Statt kurzer Wege und einer Schule für alle vor Ort, wird für viele Ratsmitglieder eine nüchterne Kostenbetrachtung den Ausschlag geben.

Für den Umbau der Jesteburger Oberschule in eine IGS wird zur Flächenberechnung die gesetzliche 4-Zügigkeit zugrunde gelegt. Bei einer Umwandlung in ein Gymnasium wird eine 3-Zügigkeit angenommen. Kein Wunder, dass so der Raumbedarf für ein Gymnasium geringer ausfällt und damit natürlich auch die Umbaukosten erheblich niedriger wären. Doch diese „Alternative“ existiert nur auf dem Papier. Mit großer Mehrheit haben die Jesteburger Eltern eine Umwandlung der Oberschule in ein Gymnasium abgelehnt und sich eindeutig für eine IGS ausgesprochen. Doch statt die besonderen Anforderungen an eine verantwortungsvolle Standortpolitik im ländlichen Bereich auch im Bildungsbereich umzusetzen, drohen die aktuellen Vorschläge, die Standortinteressen von Hanstedt und Jesteburg gegeneinander auszuspielen.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass das fehlende Oberstufenangebot in Hanstedt und Jesteburg viele Eltern dazu bewogen hat, ihre Kinder außerorts beschulen zu lassen. Neben den damit verbundenen Pendlerströmen der Schüler*innen (lange Wege) mussten deswegen beide Oberschulen statt der eigenen Kinder viele Kinder aus anderen Gemeinden aufnehmen.

Der Landkreis muss den Jesteburgern auch zeitgemäße Bildungsstrukturen vor Ort bieten. Wenn notwendig, dann auch mit der Umsetzung alternativer Schulmodelle und neuen Formen der Kooperation zwischen den Gemeinden. Wir hoffen, dass die Proteste und Argumente der Eltern und Lehrkräfte doch noch fruchten werden und eine einvernehmliche Lösung (z.B. eine IGS mit einer gemeinsamen Oberstufe mit unterschiedlichen Schwerpunkten/Profilen) für Hanstedt und Jesteburg gefunden wird.

Die Jesteburger Oberschule müsste bei der Weiterentwicklung mit einer Oberstufe („Abitur“) zusätzliche Räumlichkeiten schaffen. In den Überlegungen des Landkreises wird von einem zusätzlichen Raumbedarf von ca. 1.000 qm und einer ausgegangen. Der Anbau könnten nach diesen Überlegungen auf der blau eingezeichneten Fläche umgesetzt werden.

Oberschule Jesteburg:

Die Jesteburger Oberschule startete im Herbst 2012 in den Räumen der alten Schule am Sandbarg. Im Herbst 2014 zog sie in den neu errichteten Schulbau direkt neben der Grundschule. Der Landkreis investierte mit diesem Neubau 13 Millionen Euro in den Schulstandort Jesteburg. Zu Beginn wurde die neue Oberschule mit Anmeldungen geradezu überrannt. Geplant war sie als dreizügige Regelschule. Heute ist sie 4-zügig.

Die Oberschule Jesteburg ist eine Oberschule mit einem gymnasialen Angebot. Die Schüler*innen der Schuljahrgänge

  • 5 bis 8 werden jahrgangsbezogen
  • 9 und 10 werden nach Schulzweigen (Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig)

unterrichtet. Nach der 10. Klasse wechseln die Schüler*innen des Gymnasialzweiges an eine IGS oder ein Gymnasium. Sowohl in Buchholz als auch in Hittfeld reichen aber die Kapazitäten bei weitem nicht aus, um allen einen Platz in der Sekundarstufe II anzubieten. Deshalb muss das Angebot auch in Jesteburg und Hanstedt verändert werden.

 

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