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SCHIERHORNER WEG – Neubaugebiet

106 zusätzliche Wohneinheiten am Schierhorner Weg geplant – ohne dass die Gemeinde an den Wertsteigerungen partitzipiert.

Alle Parteien behaupten, dass sie den Antrag der UWG Jes! unterstützen, nur noch dann Neubaugebiete auszuweisen, wenn die Gemeinde maßgeblich mitgestalten und mitverdienen kann. Doch eine Entscheidung wird seit über einem Jahr verschleppt. Mit der beschleunigten Ausweisung eines weiteren Neubaugebietes am Schierhorner Weg strafen alle Parteien ihre Bekenntnisse Lügen.

Der Vorsitzende des Samtgemeinderates Herr Aldag (CDU) wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass Bebauungspläne aus einem gültigen Flächennutzungsplan entwickelt werden müssen. Doch in diesem Fall ist der Samtgemeinderat bereit, eine Ausnahme zu machen und den Flächennutzungsplan außerplanmäßig dem Wunsch des Jesteburger Gemeinderates entsprechend anzupassen. Ob es dabei eine Rolle spielt, dass der Investor eine Einigung zum Thema Kreisel (Grundstück von Baden-Meyer) von einer positiven Entscheidung für seine Neubaugebietsplanungen abhängig machte? CDU, SPD und Grüne streiten jedes „Kopplungsgeschäft“ ab. Dennoch beschließen sie, den Wünschen des Investors für dieses Neubaugebiet zu folgen.

Die SPD ist uneingeschränkt begeistert und die „Grünen“ erklären, dass ihnen bezahlbarer Wohnraum „in diesem Fall“ vor Ökologie geht. Die Ratsmitglieder der CDU werden in den anstehenden Beratungen liefern müssen. Im Sommer verkündete der Ortsverband seine Neuausrichtung für mehr Ökologie und Nachhaltigkeit.

Für uns erkauft sich der Investor mit dem jetzt vorliegenden Bebauungsplanentwurf ein neues Baugebiet (circa 50.000 qm), das für ihn Millionengewinne verspricht und die Gemeinde mit ein paar Brotkrumen abspeist.


Seit Jahren ufert die Bebauung in diesem Gebiet immer weiter aus. Es werden wertvolle Wald- und die letzten Freiflächen geopfert.

Wir wollen die ortsprägenden Wald- und Freiflächen im Außenbereich der Gemeinde erhalten. Deshalb lehnen wir weitere Neubaugebiete im Außenbereich ab und setzen weiterhin auf eine behutsame Entwicklung der bereits bestehenden Baugebiete im Innenbereich.


Der vorliegende Entwurf für einen Bebauungsplan „Seevekamp-Süd“ unterscheidet sich grundlegend von den angrenzenden Baugebieten „Waldrand-Ost“ und „Seevekamp“ . Noch nie wurde ein so großes Areal (50.000 qm) in einem Stück überplant und nirgendwo im Umfeld existiert ein Baugebiet, das eine derart hohe Bebauungsdichte erlaubt. Statt einer Begrenzung auf Einfamilienhäuser und eine moderate Bebauung der Grundstücke, sieht der Bebauungsplanentwurf „Seevekamp-Süd“ eine Verdichtung in städtischen Ausmaßen vor.

  • Mehrfamilienhausbereich:
    • 4 Grundstücke
    • 30% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
    • Häuser mit drei Stockwerken (2 Vollgeschosse + Staffelgeschoss) sind zulässig. Eine Begrenzung der Gebäudehöhen ist nicht festgeschrieben.
  • Einfamilienhausbereich:
    • Grundstücksgröße mindestens 700 qm
    • 8 Grundstücke
      • 25% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
      • Einfamilienhäuser mit 2 Wohnungen oder Doppelhäuser mit jeweils einer Wohnung sind zulässig.
    • 19 Grundstücke
      • 25% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
      • Einfamilienhäuser mit jeweils einer Wohnung sind zulässig.
    • 3 Grundstücke
      • 20% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
      • Einfamilienhäuser mit 2 Wohnungen sind möglich.


Der jetzt vorliegende „städtebauliche Entwurf“ sieht die Errichtung von insgesamt 106 Wohneinheiten in einer Mischung aus Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern vor. Damit erhöht sich damit die Bebauungsdichte gegenüber seinem ersten Vorschlag im Jahr 2018 nochmals, obwohl dieser im Gemeinderat am 11.04.2018 einstimmig abgelehnt wurde.

Der neue Vorschlag:

  • 19 Einfamilienhäuser mit je einer Wohneinheit
  • 11 Häuser mit je 2 Wohneinheiten
  • 8 Mehrfamilienhäuser
    • 2x 10 Wohneinheiten
    • 5x 8 Wohneinheiten
    • 1x 5 Wohneinheiten

In vier Wohnblocks sollen 32 Wohnungen mit Mietpreisbindung entstehen und der Gemeinde soll eine Fläche (3.619 qm) für den Bau einer neuen Kita kostenfrei überschrieben werden.

  • Die Erschließung des Wohngebietes soll über den Seevekamp und den Schierhorner Weg erfolgen.

Tipp:

Die Anwohner haben eine Unterschriftenaktion bezüglich der geplanten Bebauung gestartet. Vielleicht überzeugen Sie deren Argumente und Sie wollen sich an dieser Aktion beteiligen? Sie können über die Mailadresse mikanaju@web.de Kontakt zu den Initiatorinnen Heike Paulick-Stein und Michaela Hirt aufnehmen.

Weitere Informationen zu diesem Bauvorhaben finden Sie hier:


Historie

2002: Waldrand-Ost
  • Grundstücksgröße mindestens 600 qm
  • 15% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
  • Grundstücksgröße mindestens 700 qm
  • 19% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.
2006: Waldrand-Ost II
  • Grundstücksgröße mindestens 700 qm
  • 18% der Grundstücksfläche darf überbaut werden.