Unsere Feuerwehr verdient klare Unterstützung, sichere Bedingungen und ehrliche Entscheidungen statt vorgezogener Einzelprojekte ohne Grundlage
PLANUNGEN OHNE BELASTBARE GRUNDLAGEN
Ratsmehrheit gibt weitere Planungskosten für neues Gerätehaus frei
Die Freiwillige Feuerwehr ist für unsere Samtgemeinde weit mehr als eine Pflichtaufgabe. Sie ist gelebte Verantwortung, gelebter Zusammenhalt und gelebtes Ehrenamt. Wenn andere Hilfe brauchen, sind es Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, die aufbrechen – tagsüber, nachts, am Wochenende, bei Wind und Wetter, oft innerhalb weniger Minuten.
Das verdient Respekt. Aber Respekt in Sonntagsreden reicht nicht.

Wer ehrenamtlich Brände bekämpft, Menschen rettet, bei Unfällen hilft und sich dabei selbst Belastungen und Risiken aussetzt, muss sich darauf verlassen können, dass Politik und Verwaltung ihren Teil verlässlich erfüllen. Dazu gehören sichere Feuerwehrhäuser, funktionierende Fahrzeuge, vernünftige Schutzkleidung, wirksamer Gesundheitsschutz, gute Hygienebedingungen und eine Ausstattung, die dem tatsächlichen Bedarf gerecht wird.
Gerade der Gesundheitsschutz darf nicht klein geredet oder auf später verschoben werden. Wer im Einsatz Rauch, Schmutz, körperlicher Belastung und möglicherweise auch Schadstoffen ausgesetzt ist, hat Anspruch auf Bedingungen, die diesen Belastungen Rechnung tragen. Das gebieten Verantwortung und Anstand gegenüber den Menschen, die dieses Ehrenamt tragen.
Für uns ist deshalb klar: Die Freiwillige Feuerwehr ist unbedingt unterstützenswert. Nicht nur mit Worten, sondern ganz konkret. Deshalb haben wir alle Investitionen unterstützt, die aus Sicht der Feuerwehren notwendig waren, um die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden bestmöglich für ihre Einsätze auszustatten.

Genauso klar ist aber auch: Unterstützung bedeutet nicht, jede politische Vorfestlegung einfach durchzuwinken. Wer Investitionen in erheblicher Größenordnung plant, muss zuerst belastbar darlegen, welche Struktur auf Dauer sinnvoll, leistungsfähig und finanzierbar ist. Erst die fachliche Grundlage, dann die politische Entscheidung. Nicht andersherum.
Hinzu kommt: Es geht nicht nur um Bendestorf. Der Feuerwehrbedarfsplan hat bauliche und strukturelle Mängel auch bei den Feuerwehrgerätehäusern in Harmstorf und Lüllau aufgezeigt. Wer deshalb jetzt ein einzelnes Neubauprojekt mit erheblichem Kostenvolumen vorantreibt, ohne zuvor die Gesamtstruktur mit einem aktualisierten Feuerwehrbedarfsplan neu zu bewerten, greift zu kurz. Denn selbstverständlich müssen auch mögliche Auswirkungen auf die Fahrzeugausstattung, die künftige Standortstruktur und weitere Investitionsbedarfe mitgedacht werden. Und all das geschieht nicht im luftleeren Raum: Die Samtgemeinde steht gleichzeitig vor weiteren großen Pflicht- und Investitionsaufgaben, etwa beim Ausbau der Ganztagsschulen. Gerade deshalb braucht es Prioritäten, Ehrlichkeit und eine belastbare Gesamtsicht statt politisch vorgezogener Einzelentscheidungen.
Wir haben in den Beratungen immer darauf gedrängt, dass der Feuerwehrbedarfsplan die Grundlage für Entscheidungen über den Um- oder Neubau von Feuerwehrgerätehäusern bildet. Diese Logik wurde von allen Fachausschussmitgliedern und auch von der Verwaltung mitgetragen. Die Beschlussempfehlung erfolgte in beiden Fachausschüssen einstimmig. Im nichtöffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss wurde dieser Zusatz jedoch gestrichen. Anschließend beschloss der Samtgemeinderat am 26.02.2026 Planungskosten in Höhe von 160.000 Euro für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Bendestorf, ohne die Ergebnisse der beschlossenen Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans abzuwarten.
Genau hier liegt aus unserer Sicht das Problem. Zu oft entsteht der Eindruck, dass nicht zuerst sauber geprüft wird, welche Lösung sachlich richtig ist, sondern dass auf ein bestimmtes Ergebnis hingearbeitet wird und die fachliche Begründung anschließend passend gemacht werden soll. So sollte man mit einem so wichtigen Thema nicht umgehen.
Die Feuerwehr verdient etwas Besseres: Klarheit statt Taktik. Verlässlichkeit statt Hinterzimmerlogik. Ehrliche Unterstützung statt politischer Symbolik.

Unser Fazit
Wir stehen fest an der Seite unserer Freiwilligen Feuerwehr.
Weil sie unverzichtbar ist.
Weil sie unsere volle Unterstützung verdient.
Und weil diejenigen, die für andere Verantwortung übernehmen, selbst Anspruch auf Sicherheit, Gesundheitsschutz, zeitgemäße Ausstattung und einen fairen politischen Umgang haben.
Weitere Informationen zu unseren Feuerwehren in Bendestorf, Harmstorf, Lüllau und Jesteburg finden in unserem nachfolgenden Beitrag und auf der Homepage der Samtgemeindefeuerwehr Jesteburg.
