BRETTBEEKSKOPPELN-Bebauungsplan

MEHR ALS 60 NEUE WOHNEINHEITEN AN DEN BRETTBEEKSKOPPELN

- Städtische Siedlungsstrukturen erobern mehr und mehr das Ortsbild

Trotz massiver Proteste der Anwohner, die in einer uns sehr beeindruckenden Unterschriftenaktion mündeten, und einer sehr gut besuchten, öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung im August 2017, wurden die Planungen für eine Verdichtung des Baugebietes Brettbeekskoppeln-Ost unbeirrt vorangetrieben. Mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen wurden jetzt Baurechte verabschiedet, die eine weit größere und dichtere Bebauung ermöglichen: Statt eingeschossigen Gebäude (EG+DG) im hinteren Bereich gibt es dort jetzt Baurechte für zweigeschossige Gebäude (EG+OG+DG) und im vorderen Bereich sind die Verdichtungsmöglichkeiten gegenüber den Ursprungsplanungen deutlich erhöht worden. Damit setzen CDU, SPD und Grüne, trotz anders klingender Beteuerungen, die Umsetzung stadttypischer Verdichtungen weiter fort. Sie setzen Bauflächen fest, die rund 30% mehr Bebauung zulassen als von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft gefordert. Unsere Anträge, stärker Rücksicht auf die Einwände der Anwohner zu nehmen und ausreichend Grün- und Freiflächen zu berücksichtigen, wurde von CDU, SPD und Grünen abgelehnt.

Die tatsächliche Bebauung des Geländes bleibt weiterhin unklar.

CDU, SPD und Grüne wollen auf diesen Flächen möglichst viele Wohnungen für einkommensschwache Mieter realisieren. Deshalb will die Ratsmehrheit die Fläche an die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft (KWG) verkaufen. Doch der KWG laufen die Baukosten davon. Statt das gesamte Gelände (ca. 9.360 qm) zu kaufen, wollte sie zuletzt nur noch Teilflächen (ca. 4.290 qm) von der Gemeinde und trotz leerer Gemeindekassen auch noch unter Wert erwerben, um 31 Wohneinheiten „bezahlbaren Wohnraum“ zu realisieren. Es sollten 2 Mehrfamilienhäuser mit je 9 Wohneinheiten und 13 Reihenhäuser mit je 85 qm Wohnfläche (EG+OG+DG) gebaut werden. Doch auch davon hat sie aus Kostengründen mittlerweile Abstand genommen. Am liebsten würde sie sich wohl auf den Bau der Reihenhäuser konzentrieren. Sie wären kostengünstig realisierbar. Die Bebauung der restlichen Flächen mit Mehrfamilienhäusern könnte die Gemeinde dann anderweitig umsetzen.

Eigene Vorgaben für mögliche Wohnungsgrößen hat der Gemeinderat nicht erarbeitet, obwohl so viel besser gesteuert werden könnte, welche Zielgruppen die neuen Wohnungen nutzen sollen. Immerhin konnte die UWG Jes! durchsetzen, dass ein Stellplatzschlüssel (mindestens 1,3 Stellplätze je Wohneinheit) festgeschrieben und so zumindest ein drohendes Parkplatzchaos verhindert wird.

Was mit den Flächen passiert, die die KWG nicht erwerben will, bleibt weiterhin unklar. CDU, SPD und Grüne wollen erst nach den Kommunalwahlen darüber beraten.

Chance vertan!

Statt die Bürger umfassend in die Planungen einzubinden, gibt es wieder nur Stückwerk. Es ist zu befürchten, dass die Erträge aus den Grundstücksverkäufen weit hinter den Möglichkeiten zurückbleiben werden.

Wir möchten das Gelände sozialverträglich erschließen. Das bedeutet für uns, dass sich die Bebauungsstruktur und die Bebauungsdichte dem bestehenden Umfeld anpassen. Wenn die KWG diesem Anspruch nicht genügen kann, dann sollte das gesamte Areal öffentlich ausgeschrieben werden. Selbstverständlich befürworten auch wir die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Jesteburg. Vor allem für Jesteburger. Im Gegensatz zu den anderen Parteien setzen wir auf eine moderrate Mischbebauung.

  • Wir sind für eine behutsame Innenverdichtung innerhalb der bestehenden Siedlungsstrukturen. Wo heute Einfamilienhäuser das Siedlungsgebiet prägen, kann das Wohnangebot durch Grundstücksteilungen oder durch Doppelhäuser erhöht werden. Eine Notwendigkeit im großen Stil Mehrfamilienhäuser und stadttypische Siedlungsstrukturen in Jesteburg aufzubauen, sehen wir nicht.
  • Wir wollen sozial ausgewogene Wohngebiete. Das bedeutet vor allem naturnahe, kleinteilige Siedlungsstrukturen und Hausgemeinschaften, in denen Jung und Alt, Arm und Reich zusammenleben.

Brettbeekskoppeln-Ost - Die Änderungen

Das Baugebiet (ca. 9.360 qm) setzt sich aus einer Freifläche, die heute überwiegend als Spielwiese genutzt wird, und dem heutigen „Zirkusgelände“ zusammen.

Mit dem geänderten Bebauungsplan werden zwei zusätzliche Baufenster (blau umrandet) ausgewiesen:

  • WA 1 (ca. 6.560 qm):
    • 35% der Gesamtfläche darf mit Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden.
    • Die Gebäude dürfen bis zu 11 Meter hoch sein und über zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss (2/3 der Vollgeschossfläche) verfügen. Es könnten bis zu ca. 6.100 qm Gebäudeflächen errichtet werden.
    • Das Gebiet kann über den öffentlichen Parkplatz (Zufahrt über die Straße „Schaftrift“) oder die Straße „Querkoppel“ erschlossen werden.
  • WA 2 (ca. 2.800 qm):
    • 30% der Gesamtfläche darf mit Einfamilien-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden.
    • Die Gebäude dürfen bis zu 9 Meter hoch sein und über zwei Vollgeschosse plus Staffelgeschoss (2/3 der Vollgeschossfläche) verfügen. Es könnten ca. 2.240 qm Gebäudeflächen errichtet werden.
    • Das Gebiet ist für den Autoverkehr über die Straße „Uulenlock“ zu erschließen.

Für jede Wohneinheit müssen mindestens 1,3 Stellplätze innerhalb der Baufenster realisiert werden.

Fußgänger und Radfahrer erhalten eine Wegführung, die die Straßen „Querkoppel“ und „Uulenlock“ miteinander verbindet.

Zusätzlich sollen öffentliche Parkplatzflächen (gelb/weiß gestreift) und an der Schützenstraße eine Bushaltestelle entstehen.

Was jetzt möglich wäre

Im Mai 2019 wurde eine mögliche Bebauungsvariante vorgestellt. Wir haben sie abglehnt. An diesem Beispiel ist gut zu erkennen, welche Konsequenzen sich aus den jetzt verabschiedeten Baurechten für das Wohngebiet ergeben können.

Insgesamt 61 Wohnungen:

  • 13 Reihenhäuser
  • 2 Mehrfamilienhäuser mit je 9 Wohnungen
  • 3 Mehrfamilienhäuser mit je 10 Wohnungen
Die Historie zu diesem Projekt finden Sie hier:
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