MOBILFUNKVERSORGUNG in Jesteburg

Infoveranstaltungen zum Thema Mobilfunk

– Notwendiger Ausbau versus gesundheitliche Risiken

Das Handy ist für die meisten Menschen zu einem wesentliches Informations- und Kommunikationsinstrument geworden. Jederzeit erreichbar sein und überall Googlen können – das entspricht wohl den Wünschen der meisten Mobilfunknutzer und funktioniert fast überall in Jesteburg.

Wenn ein Video gestreamt oder eine größere Anwendung genutzt werden soll, wird es schon schwieriger. Zum Beispiel in Lüllau und am Reindorfer Osterberg. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern Lösungen zu finden. Voraussichtlich wird ein weiterer Sendemast ausreichen, um eine mobile Grundversorgung sicherzustellen.

 

Was des einen Freud ist des anderen Leid

Doch diese Grundversorgung reicht vielen Handynutzern nicht aus. Sie haben sich daran gewöhnt, dass ihr Mobilfunknetz auch im Haus funktioniert. Viele regt es schon auf, wenn das Netz im Keller nicht mehr ausreichend Empfang bietet. Um diesem Wunsch vieler Nutzer nachzukommen, müssen die Netze „stärker“ werden – argumentieren die Mobilfunkbefürworter.

Doch es gibt auch unbestritten gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit Funkstrahlung. Besonders elektrosensible Mitbürger, Kinder und Jugendliche leiden unter gesundheitlichen Belastungen durch Funkstrahlung.

Eine Kommune ist grundsätzlich verantwortlich dafür, alle Bürger vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Diese Gesundheitsvorsorgeverpflichtung muss sie auch gegenüber möglichen Gefahren aus einer Mobilfunkversorgung wahrnehmen. Deshalb ist der ungebremste Wunsch nach einer „besseren“ Funknetzversorgung gemeindeseitig kritisch zu hinterfragen, weil es auch Alternativen bzw. sinnvolle Ergänzungen zu einer „optimalen“ Mobilfunkversorgung gibt. Der Ausbau der Glasfaserleitungen ist eine solche. Statt großflächig das gesamte Gemeindegebiet und damit alle Bürger unabhängig von ihrem Wunsch nach einer Mobilfunknutzung zu bestrahlen, könnten sich Mobilfunknutzer in ihr eigenes WLan einloggen, wenn sie ihr Handy oder ihren Computer z.B. im Garten oder im Keller nutzen wollen.

Gerade in den Randbereichen Reindorfer Osterberg und Lüllau gibt es noch „gallische Dörfer“, in denen der Mobilfunkempfang unbestritten schwach ist. Deshalb wird es seitens der Mobilfunkanbieter und mancher Anwohner als notwendig erachtet, auch diese „weißen“ Flecken zu schließen. Dafür ist nach dem aktuellen Wissensstand mindestens ein weiterer Sendemast notwendig. Wo dieser optimal platziert werden müsste, wird derzeit von einem Gutachter, den die Gemeinde beauftragt hat, geprüft.

In dieser Gemengelage muss eine Gemeinde zwischen den Wünschen der Handynutzer nach Bequemlichkeit und den berechtigten Ansprüchen von Bürgern, ihre gesundheitliche Unversehrtheit zu erhalten, abwägen.

Da es einen großen Informationsbedarf seitens der Bürger zum Themenkomplex „Mobilfunk“ gibt, hat der Jesteburger Gemeinderat am 14.07.2021 beschlossen, für die Bürger eine Informationsveranstaltung „Mobilfunk 5G“ zu organisieren, in der Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz und die Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation „diagnose:funk“ zu diesem Thema referieren.

Leider hat sich das Bundesamt für Strahlenschutz geweigert, gemeinsam mit den Vertretern von „diagnose:funk“ aufzutreten. Deshalb wird es jetzt zwei Informationsveranstaltungen geben:

15.02.2022 (Dienstag)

– 16:00 bis 19:00 Uhr

Mobilfunkausbau – Fokus Standortrealisierung und Gesundheit
Referenten: Rüdiger Wallmann (Gigabitbüro) und Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz.
Die Veranstaltung wird online stattfinden.

17.02.2022 (Donnerstag)

– 18:00 Uhr

Risiken der Mobilfunktechnologie und die Zukunft der mobilen Kommunikation im Sinne der Vorsorge
Referent: Dipl.-Ing. Jörn Gutbier, Vorstandsvorsitzender der Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation „diagnose:funk“.
Die Veranstaltung wird online stattfinden.
Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung per E-Mail an presse-jesteburg@lkharburg.de gebeten.

Wir hoffen, dass beide Veranstaltungen zu einer konstruktiven Diskussion und Meinungsbildung beitragen werden.

Wir haben unsere Position in mehreren Anträge und Beiträgen dargestellt. Mehr Informationen finden Sie z.B. hier:
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