Es müssen ALLE Fakten auf den Tisch, damit ENDLICH eine Entscheidung getroffen und umgesetzt wird.
Grundschule Jesteburg: Erst sauber prüfen, dann richtig entscheiden
Die Sommerferien sind zu Ende. Seit Donnerstag gehen die Grundschulkinder wieder zur Schule. Am Samstag werden die neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler eingeschult. Für sie beginnt nicht nur ein neuer Lebensabschnitt. Mit dem Schuljahr 2026/2027 beginnt auch der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung für die ersten Klassen.
In Jesteburg wird dieser Anspruch über den „Pädagogischen Mittagstisch“ sichergestellt. Das ist wichtig und richtig. Es ändert aber nichts an der grundsätzlichen Frage: Welche Grundschule braucht Jesteburg für die kommenden Jahrzehnte?

Für uns ist die Antwort klar:
Jesteburg braucht eine moderne Grundschule, die von Beginn an für Ganztag, Betreuung, Differenzierung, Barrierefreiheit und zeitgemäße pädagogische Arbeit geplant wird.
Deshalb ist der Neubau für uns weiterhin die bessere Lösung.
Ohne UWG-Antrag wäre die Sanierung weiterverfolgt worden
In der letzten Sitzung des Samtgemeinderates vor der Sommerpause stand genau diese Weichenstellung auf der Tagesordnung. Ohne die Intervention der UWG wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit die Variante „Sanierung des Bestandsgebäudes mit Erweiterungsbau“ weiterverfolgt worden.

Aus unserer Sicht wäre das die schlechtere Entscheidung gewesen – nicht, weil Sanierung grundsätzlich falsch ist, sondern weil die vorgelegte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung keine tragfähige Grundlage für eine endgültige Entscheidung war.
Die Sanierungsvariante war detailliert ausgearbeitet worden. Der Neubau wurde dagegen nur unzureichend betrachtet. Vor allem wurde nicht belastbar geprüft, ob ein Neubau über einen Generalunternehmer, Generalübernehmer oder ein vergleichbares Bau- und Vergabemodell wirtschaftlich konkurrenzfähig oder sogar günstiger sein könnte.
Ein Vergleich „Sanierung in Einzelvergabe“ gegen „Neubau in Einzelvergabe“ reicht bei einer Investition dieser Größenordnung nicht aus. Wer auf dieser Grundlage eine endgültige Entscheidung treffen will, macht es sich zu einfach.
Genau deshalb hat die UWG beantragt, die Entscheidung zurückzustellen und die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu überarbeiten. Der Neubau muss nun als eigenständige Realisierungsvariante wirtschaftlich belastbar untersucht werden. Neben der Einzelvergabe sind auch andere Bau- und Vergabemodelle (z.B. „Generalunternehmer“ – Alles aus einer Hand geplant und gebaut) zu prüfen.
Dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen.
Ein wichtiger Erfolg für die Schule
Für die UWG, die Eltern und die Lehrkräfte ist das ein wichtiger Erfolg. Es ist gelungen, die Voraussetzungen für eine faire und solide Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Der Neubau ist nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Er rückt wieder in den Fokus.
Besonders wichtig war dabei, dass sich die Elternvertreterinnen und die Schulleitung in der Ratssitzung sehr engagiert für den Neubau ausgesprochen haben. Ihre Beiträge haben deutlich gemacht, worum es wirklich geht: nicht um einen politischen Prestigebau, sondern um eine Schule, die für Kinder, Lehrkräfte, Betreuungskräfte und Familien über Jahrzehnte funktionieren muss.
Wir sehen uns in unserer Haltung ausdrücklich bestärkt.

Eine moderne Ganztagsgrundschule sollte nicht nachträglich in ein bestehendes Gebäude hineingepasst werden müssen. Sie sollte von Anfang an so geplant werden, dass Unterricht, Betreuung, Differenzierung, Verwaltung, Barrierefreiheit, Außenflächen und pädagogische Abläufe zusammen funktionieren.
Ein Neubau bietet genau diese Chance.
Die Schule hat längst Kompromisse gemacht
Die Schule hat sich in den vergangenen Jahren bereits sehr kompromissbereit gezeigt. Das beschlossene Raumprogramm ist gegenüber den ursprünglichen fachlichen Empfehlungen bereits deutlich reduziert worden – um fast ein Drittel. Dadurch wurden schon im Vorfeld Baukosten in Millionenhöhe vermieden.
Wer jetzt trotzdem so tut, als müsse man der Schule noch weitere Kompromisse zumuten, verkennt die Ausgangslage. Die Schule hat sich bewegt. Jetzt muss die Politik liefern.

Die UWG kritisiert deshalb auch das Vorgehen der Verwaltung.
Die bisherige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung war aus unserer Sicht zu einseitig. Die Neubauvariante wurde nicht mit derselben Sorgfalt untersucht wie die Sanierungsvariante.
Außerdem wurden die vom Rat beschlossenen Grundlagen nicht konsequent zugrunde gelegt: das Raumprogramm mit 2.620 qm Nutzfläche, 4.192 qm Bruttogrundfläche und eine Grundstücksgröße von 15.000 bis 16.000 qm.
Eine solche Analyse darf nicht zur Grundlage für eine endgültige Richtungsentscheidung gemacht werden.

„Kein Geld“ ist kein ausreichendes Argument
Natürlich kostet eine neue Grundschule viel Geld. Aber die Sanierung mit Erweiterungsbau ist ebenfalls eine Investition in Millionenhöhe. Es geht also nicht um die Frage, ob die Samtgemeinde Geld ausgeben muss. Das muss sie in jedem Fall.

Die entscheidende Frage lautet:
Wofür geben wir dieses Geld aus?
Für eine Lösung, die ein bestehendes Gebäude mit erheblichem Aufwand an neue Anforderungen anpasst? Oder für einen Neubau, der von Beginn an auf die Anforderungen einer modernen Ganztagsgrundschule ausgerichtet ist?
CDU, FDP und andere Ratsfraktionen machen es sich zu einfach, wenn sie immer wieder nur auf „kein Geld“ verweisen und eine Sanierung als ausreichend darstellen. Aus Sicht der UWG ist das zu kurz gedacht.
Wenn Neubau und Sanierung am Ende wirtschaftlich in einer ähnlichen Größenordnung liegen, spricht aus unserer Sicht alles für den Neubau. Dann muss die langfristig richtige Lösung im Vordergrund stehen – nicht die Variante, die zunächst als vermeintliches Sparmodell erscheint.
Neubau heißt: bessere Bedingungen für Jahrzehnte
Ein Neubau hätte klare Vorteile:
- Er kann von Beginn an für den Ganztagsbetrieb geplant werden. Unterricht, Betreuung und Differenzierung können räumlich sinnvoll zusammengedacht werden. Barrierefreiheit, Außenflächen, Verwaltung, Aufenthaltsbereiche und pädagogische Abläufe können aus einem Guss entstehen.
- Zudem kann ein Neubau weitgehend ohne jahrelange Baustelle im laufenden Schulbetrieb umgesetzt werden. Eine Sanierung mit Erweiterungsbau würde dagegen erhebliche Belastungen für Kinder, Lehrkräfte und Betreuungskräfte mit sich bringen. Baulärm, Bauabschnitte, Provisorien und funktionale Kompromisse wären kaum zu vermeiden.
Wir reden über eine Schule, die viele Jahrzehnte funktionieren muss. Deshalb darf diese Entscheidung nicht auf Grundlage einer unvollständigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung getroffen werden.
Erst sauber prüfen, dann entscheiden – das ist der richtige Weg.
Der einstimmige Beschluss auf Antrag der UWG war ein wichtiger Schritt. Auch diejenigen, die die bisherige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zunächst für ausreichend hielten, haben am Ende mitgetragen, dass die Entscheidungsgrundlage verbessert werden muss.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Überarbeitung zügig, transparent und fachlich belastbar erfolgt.
Wenn sich zeigt, dass Neubau und Sanierung wirtschaftlich näher beieinander liegen als bisher dargestellt, muss der Neubau konsequent weiterverfolgt und endlich umgesetzt werden.
Die Kinder brauchen nicht irgendwann eine gute Schule. Sie brauchen sie jetzt. Und Jesteburg braucht eine Entscheidung, die nicht nur kurzfristig rechnet, sondern langfristig trägt.
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