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RATHAUSERWEITERUNG

Die Planungen mit Cafeteria und Dachterrasse passen weder in die Zeit noch auf den Niedersachsenplatz.

PLANUNG FÜR 4,65 MIO. TEUREN RATSHAUSANBAU ÜBERZEUGT NICHT

– Verwaltungsleitung stimmt gemeinsam mit allen Ratsmitgliedern gegen die Umsetzung der eigenen Pläne

Im Oktober 2022 präsentierte die Verwaltungsleitung ihre gemeinsam mit einem Architektenbüro erarbeiteten Vorschlag erstmalig der Öffentlichkeit. Der Entwurf empfiehlt einen dreistöckigen Anbau für ca. 4,65 Millionen Euro und beinhaltet Arbeitsplätze für 64 Mitarbeitende in einem Gebäudekomplex, einen weiteren Sitzungsraum, eine Cafeteria, eine Dachterrasse und Räumlichkeiten für die Polizei.

Wir können nicht nachvollziehen, wieso die Verwaltungsleitung ein Konzept erarbeiten ließ und dem Rat vorgestellt hat, das die vom Samtgemeinderat festgelegte Grenze von 1,5 Millionen Euro um mehr als das Dreifache übersteigt. Die einstimmige Ablehnung war dementsprechend reine Formsache. Konsequenterweise wurde die Verwaltungsleitung aufgefordert, Alternativlösungen zu erarbeiten und mögliche Verschlankungspotentiale (z. B. durch Umstrukturierung, Digitalisierung und Home-Office) aufzuzeigen.

Unsere bisherigen Anregungen, sich deutlich mehr auf das Machbare zu konzentrieren, indem bereits vorhandene Räumlichkeiten nachhaltiger genutzt werden, rücken damit hoffentlich wieder mehr in den Fokus der Verantwortlichen. Dabei könnte die Beantwortung folgender konkreter Fragen nützlich sein:

  • Welche Notwendigkeit gibt es, alle Mitarbeitenden in einem einzigen Gebäude unterzubringen?
  • Wurden bei der Zugrundelegung von 64 (!) Mitarbeitenden moderne Konzepte hinsichtlich einer „Arbeitsplatzökonomie“ ausreichend berücksichtigt?
  • Warum werden gemeindeeigene Gebäude bisher nicht in die Betrachtungen mit einbezogen? Dazu nur zwei Beispiele:
    • das „Wohnhaus“ neben dem neuen Feuerwehrgebäude in Jesteburg (6 Zimmer, 3 Bäder, ca. 178 qm Wohnfläche) kann als möglicher Sitz der Bauabteilung genutzt werden.
    • das Kunsthaus im Ortskern: unseres Wissens liegen bereits konkrete Pläne eines interessierten Investors für einen Umbau und eine anschließende „erweiterte“ Nutzung vor.
    • die „Zehntscheune“ neben dem alten Rathaus: die Bücherei könnte in das Schul- und Bildungszentrum „Am Moorweg“ umziehen.

Bleiben wir also gespannt, welche Vorschläge die Verwaltungsleitung dem Rat unterbreiten wird.

Fakten:

Derzeit sind die Verwaltungsmitarbeiter auf 5 Standorte verteilt: Neues Rathaus, Altes Rathaus, Weißes Haus (am Sandbarg), Außenstelle Bendestorf, Bauhof Jesteburg und die Lisa-Kate.

Im September 2019 wurden die ersten Vorschläge durch ein Jesteburger Architekturbüro vorgestellt. Sie sahen eine „kleine“ (1,5 Millionen Euro) und eine „große“ Anbaulösung (2,0 Millionen Euro) für 35 Mitarbeiter vor.

Kleine Lösung:

Durch einen Anbau wird eine zusätzliche Nutzfläche von 272 qm geschaffen. Das alte Rathaus wird weiterhin durch die Verwaltung genutzt. Insgesamt stehen der Verwaltung Nutzflächen von ca. 1.120 qm zur Verfügung. Geschätzter Kostenrahmen: ca. 1.380.000 €.

Große Lösung:

Durch einen Anbau wird eine zusätzliche Nutzfläche von 621 qm geschaffen. Das alte Rathaus wird nur noch für Trauungen genutzt. Die übrigen Räumlichkeiten können für andere Zwecke verwendet werden. Insgesamt stehen der Verwaltung Nutzflächen von ca. 1.338 qm zur Verfügung. Geschätzter Kostenrahmen: ca. 1.980.000 €

Die detaillierten Erweiterungskonzepte des Architektenbüros finden Sie hier.

Im Februar 2020 beschloss der Samtgemeinderat, die Planungen weiter zu konkretisieren. Der Kostenrahmen für mögliche Baumaßnahmen wurde auf maximal 1,5 Millionen Euro begrenzt.

Die im Oktober 2022 vorgestellten Planungen weichen erheblich von diesen bisherigen Grundlagen ab. Gingen die Planungen 2019 noch von 35 Arbeitsplätzen aus, so wurden die Räumlichkeiten jetzt auf Zuwachs geplant und bieten Platz für bis zu 64 Arbeitsplätze. Mit diesem Entwurf wurde die Forderung der Verwaltungsleitung „alle Mitarbeitenden unter einem Dach“ erfüllt.

Der Entwurf berücksichtigt einen fast doppelt so hohen Flächenbedarf wie die bisherigen Planungen. Die Baukosten würden je nach Ausführung zwischen 4 und 4,65 Millionen Euro liegen.

Die detaillierten Vorschläge des Architektenbüros finden Sie hier.